Technisches Konzept

Anforderungen

Technische Konzepte sollen Möglichkeiten und Lösungsansätze aufzeigen, wie die öffentliche Wasserversorgung in einer definierten Region langfristig technisch optimiert sichergestellt werden könnten.

Überregionale technische Konzepte bilden den Startschuss für eine zukunftsorientierte, nachhaltige und kostenoptimierte Wasserversorgung in der betrachteten Region. Ohne das Wissen, was links und rechts vorhanden ist, kann kaum optimiert und zukunftsorientiert geplant und investiert werden. Die Zusammenhänge und Auswirkungen einzelner Massnahmen müssen in einem Gesamtsystem erkennbar sein, damit „richtig“ entschieden werden kann.

Die Ziele des technischen Konzepts wurden folgendermassen definiert werden:

  • Aufzeigen technischer Zusammenarbeit (z.B. Transportachsen, Pumpwerke, Reservoire)
  • Aufzeigen der Möglichkeiten zur Sicherstellung bzw. Verbesserung der Versorgungssicherheit durch zweckmässige Ausbauten und/oder Zusammenarbeit 
  • Optimierung von Reservoirvolumen.
  • Aufzeigen der Möglichkeiten von zwei unabhängigen Einspeisungen
  • Optimierung Auslastung bestehender Anlagen
  • Stilllegung von Anlagen mit Qualitäts‐ und/oder Schutzzonenproblemen sowie unwirtschaftlicher Anlagen

Das technische Konzept zeigt Lösungsansätze für die Bewältigung der Herausforderungen, aber auch Synergiepotenziale und mögliche Zusammenarbeiten. Das technische Konzept dient allen Verantwortlichen die richtigen Entscheide oder Tätigkeiten für die weitere Entwicklung der Wasserversorgung zu fällen bzw. einzuleiten (eine WV wird für 60 bis 80 Jahre gebaut).

Zielsystem

Aus den Faziten des IST-Zustands und den Vorgaben des Technischen Konzepts kann folgendes mögliches Zielsystem bezüglich Wasserbeschaffung und –verteilung skizziert werden (vgl. Abbildung). Dieses mögliche Zielsystem ist ein erster Grobentwurf, ohne dass dabei Prioritäten und Etappen der Realisierung berücksichtigt sind.

Schlussfolgerung

Nachfolgend ein Auszug der Schlussfolgerungen aus dem Technischen Konzept:

  1. Der Gesamtperimeter braucht im Planungsziel A0+X am Spitzentag zusätzliches Wasser im Umfang von rund 5'700 bis 6'600 m3/d (Annahme, dass kritische Anlagen stillgelegt sind). Die entspricht bei einer Förderdauer von 20 Stunden rund 5'000 bis 5'500 l/min. Diese Menge muss zusätzlich beschafft werden.
  2. Vorschläge zur Deckung des Wasserbedarfs in Korporation mit benachbarten Versorgungsgebieten sind mit den möglichen Beschaffungsorten der Grundwasser in Alberswil und Emmen aufgezeigt.
  3. Mit der zusätzlichen Wasserbeschaffung, kann im Planungsperimeter auf Anlagen mit schlechter Rohwasserqualität oder konfliktbehaftete Schutzzonen verzichtet werden, was generell zu einer verbesserten Auslastung der übrigen Anlagen und Wasserqualität sowie einer betriebswirtschaftlichen Optimierung führen kann.
  4. Die bestehenden Dargebote mit regionaler Bedeutung sind langfristig zu sichern. Dies erfolgt z.B. durch den Neubau des Seewasserwerks und die Bereinigung der Schutzzonen im Raum Sursee/Schenkon.
  5. Bei Ausfall des wichtigsten, ergiebigsten Wasserbezugsortes (GWPW I-III resp. Seewasserwerk) sind genügend Reserven vorhanden, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. 
  6. Das Optimierungspotential im Perimeter besteht vor allem in der Auslagerung von Reservoirvolumen (Stör- und Löschreserve) und der gemeinsamen Sicherstellung der Versorgungssicherheit und Spitzenabdeckung. Diese Versorgungssicherheit und Spitzenabdeckung gilt es mit zusätzlichen Anlagen (Transportleitungen, PW) zu erschliessen.
  7. Sämtliche vorherigen Aussagen gehen davon aus, dass die notwendigen Verbindungen (Transportachsen) zwischen den Versorgungen erstellt werden und das zusätzliche Wasser im erforderlichen Umfang beschafft wird.
  8. Durch die zahlreichen zusätzlichen Verbindungen für die Sicherstellung der Versorgungssicherheit wird auch die Betriebssicherheit jeder einzelnen Wasserversorgung deutlich verbessert. 
  9. Einige Reservoire weisen eine zu geringe Löschreserve auf.
  10. Die kritischen Anlagen (Schutzzonen, Ergiebigkeit, baulicher Zustand) sind erfasst und im Konzept ausgewiesen.
  11. Alle noch nicht ausgeführten Projekte sollen geprüft werden, ob sie in einem Zusammenhang mit der (Gesamt-) Region stehen und ob sich eine regionale Lösung anbietet.

Das vorliegende technische Konzept dient als Orientierungshilfe für die verantwortlichen Organe der Wasserversorgung und Behörden. Die technischen Lösungsansätze sind eine Möglichkeit zur Lösung von zukünftigen Herausforderungen der Wasserversorgungen. In einigen Fällen sind technische Alternativen vorstellbar.